Kategorien
Infos

Arbeitsamt -> Arbeitsagentur -> Jobcenter -> Abschaffen !

Ein „Lebenslauf“ in Nordhorn — oder besser: ein Protokoll der systematischen Zerstörung durch jene Behörden, die sich selbst als Hüter der Arbeitswelt inszenieren. Die Textilfirma geht pleite, die Kündigung kommt, und das Arbeitsamt — später umetikettiert zur „Agentur“ oder zum „Jobcenter“, als würde ein neuer Name die alte Inkompetenz kaschieren — verweigert den Berufswunsch Systemelektroniker. Nicht weil er unlogisch wäre. Nicht weil er unpassend wäre. Sondern weil man dort nur das anbieten kann, was gerade im eigenen Maßnahmen-Katalog herumliegt.

Also wird man in eine Elektriker-Umschulung gedrückt. Nach der Umschulung: Bewerbungen, Absagen, Schweigen. Dann die altbekannte Spirale: 1‑€‑Jobs, ABM, „berufliche Integrationsmaßnahmen“ — ein Euphemismus für Beschäftigungstherapie, die nur einem Zweck dient: Statistikpflege.

Ein Eigenstudium? Selbst investiertes Geld? Eigeninitiative? Das Amt sorgt dafür, dass es scheitert — denn wer sich selbst weiterbildet, entzieht sich der Kontrolle. Also wird die ABM so gelegt, dass das Studium stirbt.

Dann endlich eine Arbeitsaufnahme im Umschulungsberuf — und die Kündigung in der Probezeit, weil die Praxis fehlt. Die Praxis, die man nie bekommen konnte, weil das Amt einen jahrelang in Maßnahmen statt in echte Arbeit gesteckt hat.

Das Desaster nimmt Fahrt auf: Man wird zurück in den alten Beruf vermittelt, als hätte die Umschulung nie existiert. Ein paar Jahre später geht auch diese Textilfirma pleite. Wieder Arbeitslosigkeit, wieder Amt, wieder Maßnahmen.

Dann unterstützt man die Eltern, bis zur Vollzeitpflege der Mutter. Das Erbe? Ein weiterer Schlag ins Gesicht: Das Haus trotz Zuspruch unter Zeugen geteilt, Konten geplündert, Streit, der Körper, Geist und Seele zerfrisst. Und schließlich eine schwere Krebserkrankung und Operation.

Das ist die Kurzfassung eines Wahnsinns, der seit 1997 läuft. Ein Vierteljahrhundert, in dem das Arbeitsamt, die Arbeitsagentur, das Jobcenter — egal wie man es nennt — nicht geholfen hat, sondern aktiv geschadet. Ein System, das vorgibt, Menschen zu unterstützen, aber in Wahrheit nur verwaltet, sanktioniert, drangsaliert und Lebenswege zerstört.

Darum fordere ich die Abschaffung dieser Institutionen. Nicht ihre Reform, nicht ihre Modernisierung, nicht ein neues Logo oder ein neues Gesetz. Sondern ihr Ende. Denn ein System, das Menschen über Jahrzehnte in Armut, Krankheit, Perspektivlosigkeit und bürokratische Gewalt treibt, hat seinen gesellschaftlichen Auftrag verloren. Es ist nicht mehr reparierbar. Es gehört abgeschafft.