Forderungskatalog
1. Entschädigung für verlorene Berufsjahre
Wer durch nachweislich ungeeignete Umschulungen, dauerhafte Maßnahmenketten oder fehlgeschlagene Vermittlungskonzepte beruflich dauerhaft benachteiligt wurde, sollte einen Anspruch auf finanzielle Entschädigung erhalten.
Jahrzehnte vergeblicher Maßnahmen dürfen nicht folgenlos bleiben. Der Staat muss Verantwortung für Förderentscheidungen übernehmen, die sich als Sackgasse erwiesen haben.
2. Ausgleich entgangener Rentenansprüche
Viele Betroffene haben aufgrund von Arbeitslosigkeit, Maßnahmen und Niedriglohnphasen geringere Rentenansprüche erworben.
Die Differenz zwischen einer regulären Erwerbsbiografie und den tatsächlich entstandenen Rentenansprüchen muss ausgeglichen werden.
3. Rehabilitierung von Maßnahmekarrieren
Lebensläufe voller ABM-Stellen, Ein-Euro-Jobs und Integrationsmaßnahmen dürfen nicht wie persönliches Versagen behandelt werden.
Die Betroffenen verdienen Anerkennung statt Stigmatisierung. Wer staatlichen Vorgaben gefolgt ist, darf dafür nicht lebenslang bestraft werden.
4. Schmerzensgeldähnliche Entschädigung
Zwar ist dies rechtlich schwierig, aber als politische Forderung formulierbar:
Jahrelange Perspektivlosigkeit, psychische Belastungen und die systematische Entwertung von Lebensleistungen haben bei vielen Menschen dauerhafte gesundheitliche Schäden hinterlassen. Dafür braucht es einen Entschädigungsfonds.
5. Unabhängige Untersuchungskommission
Die Geschichte von Umschulungen, Maßnahmen, ABM-Programmen und Vermittlungskonzepten der letzten Jahrzehnte muss umfassend untersucht werden. Nicht die Betroffenen müssen sich rechtfertigen, sondern das System.
Schlussforderung: Abschaffung Arbeitsamt,-Agentur, Jobcenter
Wer Menschen erst in aussichtslose Maßnahmen lenkt und sie später wegen ihrer lückenhaften Lebensläufe als schwer vermittelbar bezeichnet, erzeugt eine bittere Form institutioneller Heuchelei. Die Betroffenen haben nicht versagt. Sie haben den Empfehlungen staatlicher Stellen vertraut. Versagt hat vielmehr ein System, das oft Beschäftigung simulierte, anstatt berufliche Zukunft zu schaffen.
Wer heute mit 60 Jahren auf ein Leben voller Maßnahmen, Umschulungen, Zeitarbeit, Krankheiten und verpasster Chancen zurückblickt, verlangt kein Mitleid. Er verlangt Anerkennung des erlittenen Schadens und die Ehrlichkeit, endlich über die Folgen jahrzehntelanger Fehlsteuerung zu sprechen.