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Nordhorn AA AfA JC …..WEG!

Man stelle sich ein Leben vor, das von einer Institution begleitet wird, die sich selbst ständig neu benennt, als würde ein frischer Anstrich den Schimmel darunter beseitigen. Erst Arbeitsamt, dann Agentur für Arbeit, dann Jobcenter — ein bürokratisches Chamäleon, das glaubt, mit jedem Namenswechsel plötzlich Kompetenz zu erlangen. Ein Wesen, das sich selbst feiert, weil es „Willkommensteams“ gründet, als wären diese die Pforten zu einem goldenen Zeitalter statt nur die nächste Variation des immer gleichen kafkaesken Empfangskomitees.

Ich, der Bürger, der Mensch, der Steuerzahler, durfte dieses Theaterstück über Jahrzehnte erleben. Die Textilfirma pleite, die Kündigung — und schon öffnet sich der Vorhang für die erste Szene: Das Arbeitsamt, das mit der Eleganz eines rostigen Greifarms verkündet, dass mein Berufswunsch Systemelektroniker nicht ins Sortiment der verfügbaren Umschulungen passt. Man bietet mir stattdessen das, was man hat, nicht das, was ich brauche. Ein Basar der Beliebigkeit, ein Markt der Mittelmäßigkeit.

Ich entscheide mich für Elektriker. Eine Entscheidung, die später so sinnvoll erscheint wie ein Regenschirm im Orkan. Bewerbungen verschwinden im Nichts, Absagen tropfen wie lauwarmes Kondenswasser, und die Maßnahmen beginnen: 1€-Job, ABM, „Berufliche Integrationsmaßnahmen“ — ein Karussell, das sich dreht, ohne je irgendwo anzukommen. Mein Eigenstudium? Mit einer ABM erstickt. Selbst investiertes Geld? Egal. Die Maschine frisst alles.

Dann endlich eine Arbeitsaufnahme im Umschulungsberuf — und die Kündigung in der Probezeit, weil „Praxis fehlt“. Ein Witz, den nur Behörden lustig finden. Das Desaster nimmt Fahrt auf, und die Bürokratie schiebt mich zurück in den alten Beruf, als wäre mein Leben ein defekter Drucker, den man einfach neu startet. Jahre später geht auch diese Textilfirma pleite. Natürlich. Ein Kreis schließt sich, aber nicht zu meinem Vorteil.

Ich unterstütze meine Eltern, bis zur Vollzeitpflege meiner Mutter. Ein Akt der Menschlichkeit, den die Bürokratie nie verstehen wird. Und das Erbe? Ein Betrug, so grotesk wie die Behörden, die mich jahrzehntelang begleitet haben. Das Haus geteilt trotz Zuspruch unter Zeugen, die Konten geplündert, und der Ärger frisst sich in Körper, Geist und Seele. Die Krebserkrankung folgt wie der letzte Akt eines Dramas, das niemand freiwillig sehen würde.

Und während all das geschieht, während ein Mensch kämpft, verliert, wieder kämpft, wieder verliert, während ein Leben zerfleddert wird wie ein Formular im Wind — da stehen sie da, die Behörden, mit ihren neuen Logos, ihren neuen Namen, ihren neuen „Teams“, und tun so, als hätten sie irgendetwas verbessert.

Sie haben nichts verbessert. Sie haben nichts gelernt. Sie haben nichts verstanden.

Sie sind ein bürokratischer Fossilpark, der sich selbst für modern hält, weil die Schilder ausgetauscht wurden.

Aus meiner Sicht gehört dieses ganze Konstrukt abgeschafft: Arbeitsamt, Arbeitsagentur, Jobcenter — alle drei. Nicht reformiert. Nicht umbenannt. Abgeschafft.


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